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Moment bitte…(02. KW 2018)

Sie alle kennen den Spruch: „Bei mir kommt der Strom aus der Steckdose“ … und was, wenn nicht mehr? Was funktioniert? Oder besser gefragt: „Was funktioniert nicht, wenn es tagelang keinen Strom gibt?“

Diesen Fragen sind die Freiwillige Feuerwehr Hohenahr und der Hohenahrer Gemeindevorstand mit den Abteilungsleitern aus dem Hohenahrer Rathaus in einer kreisweit angelegten Übung des Katastrophenschutzes nachgegangen. Was würde in Hohenahr passieren bei einem kompletten „Blackout“, also einem totalen Ausfall der Stromnetze, wenn beispielsweise Stürme oder heftige Schneefälle gleich mehrere Umspannwerke zerstören oder über Hochspannungsmäste hinwegfegen würden? Ein kompletter Stromausfall im gesamten Land, und das innerhalb kürzester Zeit.

Bei einem großflächigen Stromausfall würde das gesamte Leben nicht mehr so funktionieren, wie wir es gewohnt sind. Dass es tatsächlich einmal so weit kommen kann, sei gar nicht so unwahrscheinlich, ließ der Hohenahrer Übungsleiter Klaus Schäfer die Teilnehmer vor Einstieg in die Übung wissen.

Solche Fälle kleineren Ausmaßes hat es in jüngerer Zeit auch in unserer Region gegeben. Die Tagespresse hat ausführlich darüber berichtet, welche Probleme entstanden, als in der Landeshauptstadt vor wenigen Wochen morgens für zwei Stunden flächendeckend der Strom wegen einem Brand in einem Umspannwerk weg war. Das Geringste war noch, dass die Bäcker nicht backen und frischen Kaffee aufbrühen konnten. Nach rund drei Stunden lief in Wiesbaden alles wieder.

Sie brauchen nur im Internet nach dem Begriff „Blackout“ zu suchen und sie werden überrascht sein, wie oft der Strom in Deutschland ausfällt.

Was aber nun, wenn der Strom eine Woche fehlt?

Elektronische Türen öffnen und schließen nicht mehr, Aufzüge bleiben stecken, die Kommunikationsnetze sind tot, die Zapfsäulen an den Tankstellen fallen aus und es gibt keinen Kraftstoff mehr, Gefrier- und Kühlschränke tauen ab, es gibt kein Licht, Heizungen funktionieren nicht mehr. „Und damit ist beispielhaft nur ein Bruchteil genannt, der uns bevorsteht, wenn es zu einem Blackout kommt“, erklärten der Gemeindebrandinspektor Lars Spitznagel und sein Stellvertreter Tim Keßler.

Umso wichtiger sei es, gut vorbereitet zu sein für den Ernstfall, sagte die Hohenahrer Wehrführung. Wie können wir miteinander kommunizieren? Wie stellen wir die öffentliche Ordnung wieder her? Und vor allem: Wie ist eine Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln, Trinkwasser und Wärme überhaupt noch möglich? Diese Fragen hatten die zusammen etwa 20 Übungsteilnehmer schlüssig und realitätsnah zu beantworten.

Neben dem Übungsszenario „Stromausfall“ hatten die Einsatzkräfte der Feuerwehr weitere Übungseinsätze abzuarbeiten und offene Fragen vor Ort, z.B. bei Lebensmittelmärkten, Baufirmen, etc. zu klären.

 

„Solche weitreichenden Gedanken haben wir uns noch nie gemacht, es war sehr gut, eine solche Übung mitgemacht zu haben“, urteilten die Beigeordneten übereinstimmend nach fast sechs Stunden Übungsteilnahme. „In Hohenahr muss im Bereich der öffentlichen Einrichtungen noch einiges überprüft und ggf. auch ergänzt werden. Die Finanzmittel müssen wir in den kommenden Jahren dafür bereitstellen.“

 

Aber auch jeder Einzelne ist gefordert, sich ggf. vorzubereiten und im Schadensfall mitzuhelfen. Weitere wichtige Informationen können unter dem Link

 

https://www.bbk.bund.de/SharedDocs/Kurzmeldungen/BBK/DE/2015/Video_Stromausfall_Strom_erzeugen.html

 

beim Bundesamt für Bevölkerungshilfe und Katastrophenhilfe abgerufen werden.

 

Hoffen wir, dass wir in eine solche Lage nie kommen, wünscht

 

 

Ihr Bürgermeister

Armin Frink